By Friedhelm Best on Montag, 31. März 2025
Category: Case Studies

MSR: Entwicklung und Umsetzung einer B2B Vertriebsstrategie in Europa und Afrika

Branche: Mess-, Steuer- und Regeltechnik (Herstellung von industriellen Prozessteuerungsanlagen)

Linienfunktion: Vertrieb (Geschäftsführer)

Thema: Reorganisation, Key Account Management, Internationalisierung, Business Development, Prozessoptimierung, Effizienzsteigerung

Umsatz: 35 Mio. Euro

Mitarbeiter: 45

Ausgangslage: Ein in Deutschland ansässiger Hersteller von sicherheitsgerichteten Automatisierungslösungen für den B2B-Markt sah sich mit einer fragmentierten Vertriebsorganisation in Europa und Afrika konfrontiert. Es gab Tochtergesellschaften in den Niederlanden, Frankreich und Italien sowie eine zentrale Vertriebsabteilung für die Länder ohne lokale Niederlassungen. Die Tochtergesellschaften agierten unabhängig voneinander und ohne eine abgestimmte Vertriebsstrategie mit der Unternehmenszentrale. Die Verantwortung für den afrikanischen Kontinent war auf unterschiedliche europäische Tochtergesellschaften, Handelsvertreter und Vertriebsbüros vor Ort verteilt. Hier fehlte ebenso eine Abstimmung zwischen den beteiligten Vertriebsteams.

Ein von der Zentrale forciertes Business Development im neuen Markt Bahntechnik wurde von den Vertriebsteams sehr unterschiedlich umgesetzt. In einigen Ländern erfolgten keine Vertriebsaktivitäten in dem Zielmarkt, während andere erste Erfolge verbuchen konnten.

Diese Organisation führte zu fehlenden Synergien und unkoordinierten Vertriebsinitiativen. Die Kunden erwarteten eine Koordinierung auf der Herstellerseite für deren länderübergreifende Projekte. Die unzureichende Koordinierung führte zu schlechten Lieferantenbewertungen und geringeren Chancen, Projekte zu gewinnen. Geschäftserfolge in Teilen von europäischen und afrikanischen Vertriebsregionen konnten nicht in anderen Ländern wiederholt werden. Der Auftragseingang in der Vertriebsregion unterlag unvorhersehbaren Schwankungen und einzelne Tochtergesellschaften erreichten nicht die geplante Profitabilität.

Aufgabe: Die Geschäftsführung und die globale Vertriebsleitung wollten aufgrund eines Generationswechsels eine Reorganisation in der Region Europa & Afrika durchführen. Ziel war es, den Auftragseingang nachhaltig zu steigern, neue Projekte bei Key Accounts zu gewinnen und den Markt für Bahntechnik zu entwickeln. Dies sollte durch eine neue Vertriebsstrategie erreicht werden, die Synergien nutzt, Effektivität steigert und eine Wachstumsrate, welche über dem Marktwachstum liegt. Zudem sollten die Prozesse mit den zentralen Abteilungen optimiert und die Effizienz erhöht werden.

Lösungsansatz: In länderübergreifenden Workshops wurden zunächst aus der globalen Unternehmensstrategie die Elemente herausgearbeitet, die für die regionale Vertriebsstrategie relevant sein sollten. Hierzu wurden die Fachabteilungen aus der Unternehmenszentrale beratend hinzugezogen. Es folgte eine Analyse der Marktgröße basierend auf der Unterscheidung nach dem Total Addressable Market (TAM) und Serviceable Addressable Market (SAM). Die SWOT Analysen der verschiedenen Vertriebsteams ergaben ein umfassendes Bild der eigenen Position und lieferten wertvolle strategische Informationen. Die erarbeitete Vertriebsstrategie wurde von der Geschäftsführung und der Leitung Global Sales genehmigt, bevor es in die Umsetzungsphase ging.

Ergebnis: Die regionale Vertriebsorganisation konnte durch die Umsetzung der neuen Vertriebsstrategie bedeutende Erfolge verzeichnen.

Dank der konsequenten Anwendung der Vertriebsmethode von Miller Heiman konnten Großprojekte bereits in einer frühen Phase der Customer Journey beeinflusst werden. Innerhalb der ersten zwei Jahre der neuen Vertriebsmethode konnten vier Projekte mit einem Auftragswert von nahezu 25 Mio. Euro gewonnen werden.

Die Gewinnung von Neukunden konnte gesteigert werden, insbesondere im neuen Marktsegment für Bahntechnik, dessen Umsatzanteil von 15 % auf 28 % erhöht werden konnte.

Durch die neuen Partner in den Ländern ohne Tochtergesellschaften wurde eine 30% höhere geografische Abdeckung erreicht, was zu einem 50% höheren Geschäft durch diese Partner führte.

Insgesamt erreichte die Vertriebsstrategie ein durchschnittliches Wachstum (CAGR) von 16 %, was dem Zweifachen des Marktwachstums entsprach. Dadurch konnte der Umsatz in weniger als fünf Jahren verdoppelt werden.

Fazit:

Die neue Vertriebsstrategie und die regionale Reorganisation führten zu nachhaltigem Wachstum. Die Anwendung von Strategic Selling, länderübergreifende Vertriebsorganisation und der Wandel zum Lösungsanbieter schufen die Grundlage für den Erfolg und wurde in weiteren Vertriebsregionen übernommen.

Friedhelm Best

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